Eva Cohaus

Praxis für Traumatherapie,
Systemische Paar- und Familientherapie


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Traumatherapie


 

Somatic Experiencing (SE)® wurde von dem amerikanischen Traumaforscher und Körpertherapeuten Dr Peter Levine entwickelt.

Bahnbrechend war seine Erkenntnis, dass es sich bei einem Trauma nicht um eine rein psychische, sondern um eine komplexe psychophysiologische Reaktion (eine Reaktion, die Körper und Psyche betrifft) handelt. Diese entsteht u.a. dadurch, dass Überlebensreaktionen wie Kampf oder Flucht, die vom Nervensystem geplant wurden, nicht oder nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Bei einer als lebensbedrohlich erlebten Situation reagiert der Körper mit Kampf oder Flucht und stellt dafür sehr viel Energie bereit. Wenn diese Reaktion nicht abgeschlossen werden kann, wenn Kampf oder Flucht nicht erfolgreich sind, kann eine Traumatisierung die Folge sein.

So kann der Fahrer eines PKW’S nicht gegen ein anderes Auto, das mit rasender Geschwindigkeit auf ihn zu kommt, kämpfen, noch kann er fliehen. Bei Gewalt in der Familie kann  ein Kind kann nicht gegen einen wütenden Erwachsenen, der es verprügelt, kämpfen, noch kann es die Familie verlassen.

Die vom Körper für das Überleben bereit gestellte Energie kann also nicht genutzt werden und schlägt sich als eine Blockade im Nervensystem nieder, die weitreichende Folgen hat.

Wenn wir in Somatic Experiencing (SE)® Kontakt mit dem Nervensystem herstellen, so geschieht das vor allem über körperliche Empfindungen. So arbeiten wir primär mit den Folgen des überwältigenden Ereignisses im Körper und im Nervensystem und nicht mit dem Ereignis selbst.

Durch ein Pendeln zwischen den Spuren, die die traumatischen Erfahrungen hinterlassen haben, und den Ressourcen (z.B. innere Ressourcen wie Kraft, Mut, Hoffnung, äußere wie Freunde, Partnerschaft, Familie, Beruf) wird das Trauma neu verhandelt. Das bedeutet, dass z.B. mit der Hilfe von Freunden oder mit der Kraft, die wir als Erwachsener haben, eine einst überwältigende Erfahrung nicht mehr mit der alten Ohnmacht erfahren wird, sondern dass wir heute sehr wohl uns wehren oder fliehen können.

Die Arbeit erfolgt in so kleinen Schritten, dass eine Katharsis (das oft explosionsartige Ausleben von gehaltenen Gefühlen, wie Aggressionen) und damit eine Retraumatisierung vermieden wird. Die Überlebensenergie, die der Körper einst mobilisiert hat für Kampf oder Flucht, und die seit dem traumatischen Ereignis im Körper eingefroren war, da sie nicht genutzt werden konnte, wird nach und nach wieder frei.

So ist es möglich, die unvollständigen Reaktionen von Kampf oder Flucht zu vervollständigen. So ballt ein Klient die Fäuste, spürt, wie sich sein ganzer Körper wehren will gegen den Vater, der ihn so oft verprügelt hat, und das tut er auch in seiner Vorstellung. Oder die Klientin nimmt wahr, wie ihre Füße sich bewegen wollen, weglaufen wollen von dem Autounfall, und auch das macht sie in ihrer Vorstellung. So werden die unvollständigen Reaktionen vervollständigt, und der Körper kann die Spannungsmuster los lassen, kann aufhören, ständig auf der Hut zu sein gegen eine drohende Gefahr.

Körperliche und psychische Probleme (wie z.B. Schmerzen oder Herzrasen, die medizinisch nicht erklärbar sind, Übererregbarkeit, Ängste, Depressionen, Schlaflosigkeit) lösen sich in vielen Fällen auf, und die Sicht auf sich selbst, die Mitmenschen und die Welt im Allgemeinen wird viel positiver.